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Reiseberichte, Tag 70 bis 79, Peru, Bolivien
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Tag 70, 16.04.2001, sonnig, 18 Grad
Per Boot fuhren wir am frühen Morgen zur Insel "Isla de Sol" und besichtigten dort Ruinen und sonstige Inka-Denkmäler. Besonders schön waren die vielen Buchten, die wir während unserer Wanderung über die hügelige Insel sahen. Im Sonnenuntergang gings dann wieder zurück. In Copacabana angekommen, kauften wir gleich ein Busticket nach Cuzco, denn morgen gehts ab nach PERU!
Tag 71, 17.04.2001, sonnig, 18 Grad
Heute vormittag war Stadtbummel angesagt und diesmal sogar mit SHOPPING! Wir leisteten uns einen Hut für Stefan und mich und einen Rucksack, alles im typischen Bolivien-Look! Mittags gings dann mit dem Bus weiter nach Peru. Die Grenzübertritte hier in Südamerika sind erstaunlich einfach, bis jetzt wurden wir noch nie durchsucht oder ähnliches!
Tag 72, 18.04.2001, sonnig, 14 Grad
Nachts um 04.00 Uhr kamen wir am Busterminal in Cusco an. Zum Glück war der Busfahrer so nett, uns noch bis 06.00 Uhr schlafen zu lassen, denn wo soll man mitten in der Nacht auch eine Unterkunft herbekommen?!! Nachdem wir uns in einer recht schäbigen Unterkunft eingemietet hatten, machten wir einen ausgedehnten Stadtrundgang und -bummel! Cusco ist eine sehr schöne und saubere Stadt mit sehr vielen Kirchen, die scheinen hier sehr gläubig zu sein (das würde meiner Mama gefallen-Verena)!
Tag 73, 19.04.2001, sonnig bis wolkig, 20 Grad
Per öffentlichem Bus machten wir uns auf den Weg zum Schweizer Franz Schilter nach Urubamba, ca. 1 1/2 Std. von Cusco entfernt auf dem Weg nach Machu-Picchu. Er ist sehr nett und kennt sich super aus mit den Fluggebieten in Peru und Südamerika allgemein. Er gab uns gleich ein paar gute Tipps fürs Fliegen am Machu-Picchu. Franz besitzt hier seit 7 Monaten ein exklusives Hotel und hat uns zum Mittagessen eingeladen. Es gab ein gigantisch gutes Buffet mit einheimischen Spezialitäten.
Tag 74, 20.04.2001, sonnig mit Schauern, 20 Grad
Am Vormittag fuhren wir nochmal nach Cusco zurück und buchten ein Ticket für den Inka-Trail zum Machu-Picchu. Nachdem wir vorhaben, dort - illegal- zu fliegen, ist es alles etwas kompliziert. Der Treck dauert 4 Tage und wir können ja nicht unsere Schirme die ganze Zeit schleppen, also brauchen wir einen Sherpa. Das läßt sich hier alles mit dem nötigen Kleingeld organisieren. So werden wir hoffentlich ab morgen für 4 Tage Trekken und zum Abschluss über den Ruinen von Machu-Picchu fliegen. Drückt uns die Daumen, dass es mit dem Wetter klappt - sofern wir den "Startplatz" überhaupt finden! Franz sagte, wir müssen ihn wohl zuerst ausholzen.
Tag 75, 21.04.2001, sonnig mit Schauern, 18 Grad
Mit dem Bus ging es zum Beginn des Inka-Trails bei km 82. Von hier aus machten wir uns mit jeweils ca. 15 kg Gepäck auf den Weg ins erste Camp. Unsere Gleitschirme wurden von einem Träger transportiert. Wir hatten zuvor die Protektoren und alle anderen, nicht unbedingt notwendigen, Dinge von der Ausrüstung entfernt. Somit gingen beide Schirme mit Gurtzeug in einen Rucksack. Gewicht ca. 30 kg, anscheinend kein Problem für einen professionellen Träger. Die Helme, Varios und Bekleidung trugen wir selbst. Im Camp angekommen lernten wir bei einem gemütlichen Abendessen unsere anderen 16 Gruppenmitglieder kennen.
Tag 76, 22.04.2001, sonnig bis wolkig, 15 Grad /-5 Grad
Nach einer etwas kühlen und feuchten Nacht gings auf zu unserer schwierigsten Tagesetappe. 1300 Höhenmeter standen auf dem Programm. Nach 4 Stunden erreichten wir total erschöpft den Pass auf 4.200 Meter ü. N. Besonders die letzten 200 Meter hatten es in sich! Vom Pass gings runter ins Camp 2 auf 3600 m ü. N., wo es Mittag- und Abendessen gab. Die Nacht wurde schweinekalt. Unsere verschwitzten T-Shirts, die wir draußen aufhingen, froren ein.
Tag 77, 23.04.2001, sonnig, 15-20 Grad
Die heutige Etappe war nicht ganz so anstrengend. Wir mußten nur einen 3900 m hohen Pass überqueren, der Rest verlief flach bzw. bergab. Dennoch 7 Stunden Fußmarsch. Wir sahen viele Ruinen, fantastische Dschungelvegetation, schneebedeckte Berge, Gletscher und viele, viele Täler. Der Inka-Trail ist übrigens super ausgebaut. Fast durchgehend 2 Meter breit und mit Steinen gepflastert. Schlaue Leute - diese Inkas! Heute gingen wir früh zu Bett, da wir morgen um 4 Uhr aufstehen müssen, um bei Sonnenaufgang am Intipunku zu sein, von wo aus der Machu Picchu zu sehen ist.
Tag 78, 24.04.2001, Regen, sonnig, 15 Grad
Leider gabs heute keinen Sonnenaufgang am Machu Picchu. Stattdessen schüttete es aus Kübeln und alles war im Nebel. Dennoch machten wir uns mit dem Schirm auf zum Machu Picchu. Der Träger unserer Schirme, mit dem wir uns bereits angefreundet haben, versprach Wetterbesserung. So warteten wir im Regen bis es endlich aufklarte. Wir schlichen an den Kontrollen vorbei und konnten uns auf die Suche nach dem Trampelpfad zum Startplatz machen. Dieser führte ca. 100 Meter quer durch dschungelartige Büsche. Hier ist schon ewige Zeiten kein Pilot mehr vorbeigekommen. Um 11.30 war es dann endlich soweit. Die Sonne kam etwas raus und die Thermik löste den Rückenwind ab. Keine optimalen Startverhältnisse für diesen kleinen Anlauf von 3-4 Meter, doch wird schon funktionieren.
Nach längerem Zögern war Verena die erste, die sich hinausstürzte. Kaum war sie in der Luft, wurde ihr Schirm von den vielen hundert Touristen in den Ruinen entdeckt. Alle winkten und riefen ihr zu. Unglaublich! Stefan schoss ein paar Fotos bevor er selbst rausstartete. Er konnte sich ein paar Minuten über den Ruinen halten bevor auch er ins Tal zur Landung mußte. In diesen wenigen Minuten wurden wohl tausend Fotos von uns beiden gemacht. Die Landung gestaltete sich erstaunlich einfach, da es zum Glück keinen Talwind gab. Das Tal direkt unter den Ruinen ist supereng und zu allen vier Seiten gibt es 1000 m hohe Berge. Ganz unten hat nur noch der Fluss Rio Urubamba, die Zuglinie und eine ca. 30 m breite Wiese Platz! Das war wohl einer unserer schönsten Flüge, zumal wir es auch noch schafften, dass uns bei und nach der Landung kein Polizist erwischte! Hier war nun unser Inka-Trail zu Ende und wir fuhren mit dem Zug (die einzige Verkehrsverbindung) zurück nach Urubamba.
Tag 79, 25.04.2001, sonnig, 25 Grad
Heute wurden unsere nassen und verschmutzten Klamotten gewaschen, die Rucksäcke, Schlafsäcke und Isomatten getrocknet und die Protektoren wieder eingebaut. Den Nachmittag machten wir uns ans Internet und schrieben neue Reiseberichte. Morgen oder übermorgen wollen wir weiter in den Norden von Peru...
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