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Reiseberichte, Tag 60 bis 69, Bolivien, Chile
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Tag 60, 6.4.2001, sonnig, 27 Grad
Heute war unser bisher bester Flugtag in Iquique. Wir konnten den Startplatz mehrere hundert Meter überhöhen und flogen erst nach 2 Stunden zum Strand. Stefan machte wieder ein paar Fotoaufnahmen. Am Nachmittag gings mit Angel, einem chilenischen Piloten, ins ZOFRI, dem grossen Duty-Free Shopping Center von Iquique. Die Preise waren allerdings nicht billiger als in Europa. Was solls - wir hätten sowieso kein Geld, um uns was zu kaufen.
Tag 61, 7.4.2001, sonnig, 26 Grad
Der perfekte Tag: Am späten Vormittag flogen wir am Alto Molle und landeten wieder am Strand. Danach gings per Taxi zum zweiten Fluggebiet Iquiques. Wir starteten auf 3 Meter Seehöhe, quasi auf dem Landeplatz (direkt neben dem Auto) und soarten ca. 700 Meter auf. Diese drei Meter reichen bei genügend Wind vollkommen aus. Am Abend gingen wir in ein 5-Sterne Restaurant zum Essen und feierten in Verenas Geburtstag rein. Ich nutzte den Anlass, um Verena endlich den lang ersehnten Heiratsantrag zu machen. Die romantische Vollmondstimmung, das Rauschen des Meeres und der Blick auf die beleuchtete Strandpromenade Iquiques schufen eine perfekte Kulisse für dieses, doch etwas schwierige, Unterfangen. Ich glaube, ich habe bei dem wichtigen Satz ein bisschen gestottert!!
Tag 62, 8.4.2001, sonnig bis wolkig, 24 Grad
Der Tag versprach anfangs ein guter Flugtag zu werden: Blauer Himmel, über dem Startplatz ein Bummerl, wenig Wind. Doch die Situation änderte sich ziemlich schnell, 40 km/h Wind und die Wolken wurden immer größer. Ein paar einheimische Piloten versuchten dennoch ihr Glück, im Rückwärtsflug mit drei Meter Steigen in die Wolken. Wenn das kein Spass ist?! Wir zogen es vor, unsere Schirme einzupacken und heim zu trampen. Am Nachmittag gabs Geburtstagscafe mit Champagner und Torte bei Juanita. Das Ganze wurde mit einem typischen, chilenischem Grillfest am Abend abgerundet.
Tag 63, 9.4.2001, bewölkt, 22 Grad
Heute war leider wieder kein perfektes Flugwetter. Es war seit frühmorgens bewölkt. Also nutzten wir den Tag um organisatorische Dinge zu erledigen:Waschen, Reiseberichte verfassen und Zeitungsberichte schreiben.
Tag 64, 10.04.2001, sonnig, 27 Grad
Wir kauften heute die Bustickets, um morgen nach La Paz weiter zu fahren. Am Nachmittag flogen wir wieder am Soaringhügel. Er ist einfach fantastisch. Man startet wirklich auf Null neben dem Auto, läßt sich vom Schirm 15 Meter hinaufziehen und startet los. Den Rest erledigt der Wind. Wir soarten ca. 600 Meter auf, den Hang immer ein paar Meter neben uns. Zwischenlanden im Sand, spiralen, aufsoaren usw... Einfach genial!!!
Tag 65, 11.04.2001, sonnig, 26 Grad
Den Vormittag faulenzten wir eigentlich nur rum, bis wir uns am Nachmittag mit Angel und Ralf wieder zum Soaringhügel aufmachten. Der Wind war etwas stärker und erschwerte das Soaren. Sobald der Körper 5-6 Meter über Grund war, gings nur noch mit 2-3 Meter bergauf. Doch 0,5 - 3 Meter über Grund konnte man die schoensten Wingover machen und verlor dabei keine Höhe. Einfach genial !! Am Abend mussten wir uns von unserer derzeitigen Familie verabschieden. Um 22 Uhr gings per Bus weiter Richtung La Paz, der bolivianischen Hauptstadt.
Tag 66, 12.04.2001, sonnig, 15 Grad
Die Fahrt von Iquique nach La Paz war zwar anstrengend, aber sehr schön. Gegen vier Uhr nachts erreichten wir die ersten Ausläufer der Anden und von da an gings nur noch bergauf. Wir fuhren durch fantastische Täler und konnten förmlich zusehen, wie die Landschaft von Wüste in Grünland überging. Gegen 9 Uhr erreichten wir die chilenisch-bolivianische Grenze und somit das Altiplano - das Hochplateau auf über 4000 Meter. Ackerland, Weideland, tausende Lamas und dazwischen immer wieder einzelne Vulkane mit über 6000 Meter Höhe. Nach 16 Fahrstunden erreichten wir endlich La Paz und trauten unseren Augen nicht. Die Millionenstadt, neben "Sucre" eine der beiden Hauptstädte Boliviens, liegt wunderschön eingebettet in einem Talkessel. Die schönste Großstadt, die wir bisher gesehen haben. Das Leben in den Straßen brodelt. Unzählige Menschen besuchen die Märkte und man hat große Mühe sich seinen Weg zu bahnen. Viele schreiende Straßenverkäufer, unzählige Marktstände und tausende hupende Autos und Busse, die im Stau stehen. Aufgrund der Höhe von knapp 4000 Meter ist La Paz nicht nur die höchstgelegenste Großstadt der Welt, sie hat auch eine sehr saubere und klare Luft. Aufgrund des niedrigen Sauerstoffgehalts hatten wir beide ziemliche Probleme, die sich als Kopfweh, Muskelschmerzen und Schwindelgefühl äußerten. Selber schuld - wenn man innerhalb von 10 Stunden von Meereshöhe auf 4000 Meter fährt. Laut einem Taxifahrer kann man hier in La Paz auch Gleitschirmfliegen. Mal sehen, ob es funktioniert...
Tag 67, 13.04.2001, sonnig bis wolkig, 15 Grad
Heute stand Sightseeing auf dem Programm. Wir bummelten durch La Paz und besichtigten die Maerkte.
Tag 68, 14.04.2001, sonnig, 18 Grad
Den ganzen Vormittag versuchten wir, irgendwo an Infos uebers Fliegen in La Paz zu kommen. Das einzige, was wir auftreiben konnten, war eine falsche Telefonnummer von einem Tandempiloten. So entschieden wir uns, morgen weiter zum Titicaca-See zu fahren und kauften gleich die beiden Tickets.
Tag 69, 15.04.2001, sonnig, 19 Grad OSTERSONNTAG
Mit einer Stunde Verspaetung wurden wir vom Bus im Hostal Austria, unserer Unterkunft hier, abgeholt. Nach 1/2 Std. Fahrt hatte der Bus bereits eine Reifenpanne - das kann ja heiter werden! Dennoch kamen wir mittags wohlbehalten in dem kleinen Ort "COPACABANA" dirket am Titicaca-See an. Wir mieteten uns im Hostal Colonial ein und bezahlten hier fuer ein Doppelzimmer mit Fruehstueck und eigenem Bad/WC unglaubliche 20,00 DM fuer beide Personen! Die beste Unterkunft, im Preis-Leistungsverhaeltnis, seit wir unterwegs sind! Danach besichtigten wir den Ort und dessen gigantische Kirche. Hier fand die letzten beiden Tage eine riesige FIESTA zu Ostern statt und wir konnten noch die Ueberreste mitbekommen, wie z. B. eine kleine Osterprozession durch den Ort und viel Leben auf den Strassen! Am spaeten Nachmittag bestiegen wir den "Cerro Calvario", einen ca. 4000 m hohen Berg am Rande des Ortes (3.820 m) und beobachteten von dort aus einen wunderschoenen Sonnenuntergang ueber dem See! Leider keine Ostereier, aber trotzdem schoene Ostern!
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