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Reiseberichte, Tag 50 bis 59, Chile
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Tag 50, 27.03.01, sonnig, 24 Grad
Den heutigen Tag verbrachten wir wieder einmal mit Busfahren. 25 Stunden von Santiago nach Calama. Während der Fahrt spielten alle Passagiere gemeinsam Bingo.
Tag 51, 28.03.01, sonnig, 26 Grad
Gegen 15 Uhr erreichten wir nach einem Zwischenstopp in Calama völlig erschöpft San Pedro de Atacama (2440 m). Die Fahrt hierher führte durch über 1000 km Wüstenlandschaft. Auf den ersten Blick recht schön, mit der Zeit aber langweilig. Morgen machen wir unsere ersten Ausflüge in die Salzwüste Atacama - eine der Touristenattraktionen hier in Chile.
Tag 52, 29.03.01, sonnig, 26 Grad
Am Nachmittag starteten wir mit einer kleinen Reisegruppe. Wir sahen uns die Salzwüste und die Felsformationen an, die Wind und Wasser in den letzten millonen Jahren geschaffen haben. Am Abend genossen wir den Sonnenuntergang im "Valle de la Luna" (Tal des Mondes) von einer kleinen Düne aus. Zum Fliegen eignete sich diese Düne leider nicht.
Tag 53, 30.03.01, sonnig, 26 Grad
Um 7 Uhr gings wieder in einer kleinen Gruppe los in die "Salar de Atacama". Wir beobachteten Flamingos, wie sie ziellos in der Gegend herumstolzierten. Später gings aufs "Altiplano" (Hochebene der Anden). Auf 4185 m befinden sich zwei wunderschöne Seen, welche mit den dahinterliegenden schneebedeckten Gipfeln der knapp 6000 m hohen Vulkane, ein super Fotomotiv lieferten. Gegen Abend machten wir uns mit dem Bus auf nach Iquique, dem bekanntesten Fluggebiet Chiles. Die Einheimischen sagen, hier fliegt man 365 Tage im Jahr....
Tag 54, 31.03.01, sonnig, 26 Grad
Heute kamen wir nur an, bummelten rum, beobachteten andere Piloten und freuten uns auf morgen - endlich selber fliegen.
Tag 55, 1.04.01, sonnig, 26 Grad
Erster Flug in Iquique: Start um ca. 11 Uhr, eineinhalb Stunden geflogen. Das Gebiet ist gut zum Soaren, zum Teil ist aber auch ein wenig Thermik dabei, die es erlaubt den Startplatz 100 m zu überhöhen. Gelandet wird am Strand, was uns beiden bestens gefällt. Die Landschaft ist eigentlich reine Wüste. Es hat hier mindestens seit 12 Jahren nicht mehr geregnet. Der Berg ist 600 m hoch und besteht eigentlich nur aus hartem Sand.
Was wir vergessen haben: Wir wohnen hier bei Juanita, die uns betreut wie eine Mutter. Sie hat fast immer Flieger in ihrem Quartier. Sehr empfehlenswert.
Tag 56, 2.04.01, sonnig, 26 Grad
Der heutige Flug war nicht sehr besonders. Nachdem wir nur 60 Minuten flogen und dann sogar noch am Berg abgesoffen sind, machten wir uns zu Fuß auf den Weg in die Stadt. Großer Fehler: Wir gerieten mitten in die Slums der Stadt. Alle Leute starrten uns an und redeten hinter unserem Rücken über uns. Wir warteten eigentlich nur auf einen Überfall. Doch zum Glück kam ein Taxi und wir konnten ins Zentrum fahren - der Preis war nur nebensächlich. Am Abend bummelten wir ein wenig durch die Stadt und danach erledigten wir ein paar organisatorische Dinge: Filme versenden, Zeitungsberichte verfassen usw.
Tag 57, 3.04.01, sonnig, 27 Grad
Heute fuhren wir zum ersten mal per Bus zum Startplatz - geizig wie wir sind. Statt 2000 Pesos (8 DM - 56 ATS) fürs Taxi gaben wir nur 500 Pesos (2 DM - 14 ATS) aus. Haha - so spart man. Der Flug war eigentlich sehr schön. Ich (Verena) war immer ungefährdet hoch, Stefan immer tief und kurz vorm Landen. Doch plötzlich starke Thermik, in drei Minuten an der Basis, eine Minute später in der Basis - Ups. Uns packte der Größenwahn, wir wollten zum nächsten Strand, nahe unserer Unterkunft. (Um den Fußweg zu verkürzen!) Doch leider sind unsere Schirme keine Flugzeuge. Wir soffen wie die Lemminge ab. Stefan, der wie üblich wieder mal etwas tiefer war, kundete einen Fußballplatz aus rotem Sand aus. Kurz vor der Landung stellte er fest, dass rundherum ein hoher Stacheldraht ist und die Personen Maschinenpistolen tragen - Scheiße - Militärkaserne!! Das gibt Ärger. Aber andere Landeplätze gibt es nicht mehr. Nachdem wir den Bericht noch schreiben können, wurden wir weder exekutiert noch eingeknastet. Im Gegenteil: Der diensthabende Offizier ist ebenfalls Gleitschirmpilot und freute sich, dass endlich mal einer den Mut aufbrachte und bei ihm vor der Haustüre landet. Er spendierte uns Cola und Snacks und sagte zum Abschied - Hasta luego. (Bis zum Nächsten mal)
Tag 58, 4.4.2001, sonnig, 27 Grad
Der heutige Flug hatte eigentlich nur ein aufregendes Ereignis. Wir sind nach 45 min. Flug zur Abwechslung mal wieder in ein Militärgebiet gelandet. Diesmal gabs zwar keine Cola, doch der Soldat war sehr freundlich und hat uns, mit der umgeschnallten MP zum Ausgang begleitet.
Tag 59, 5.4.2001, sonnig, 27 Grad
Ruhetag! Heute wurde gewaschen, gefaulenzt, gekocht usw. Zur Überraschung quartierte sich ein weiterer Österreicher, Ralf Reiter aus Obertraun, bei Juanita ein. Er ist ein excellenter Akropilot und Mitglied der Dragon Riders. Stefan kannte ihn bereits von früheren Wettbewerben.
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