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Reiseberichte, Tag 370 bis 379, Australien
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Tag 370, 10.02.2002, bewoelkt, 20 Grad
In Australien ist es saukalt! Unglaublich! 20 Grad! Wir frieren! Vormittags brachte uns Linda zu einem Aussichtspunkt - Arthurs Seat - von wo aus man einen schoenen Blick ueber die Halbinsel und die Port Phillip Bay haette - wenn's nicht gerade regnet! Dann verabschiedeten wir uns schon wieder von ihr und nahmen die Faehre von Sorrento nach Oceancliff, ueber die Port Phillip Bay, Richtung Great Ocean Road. Im Surferparadies Torquay shoppten wir eine Runde in den Fabrikverkaeufen der Surffirmen - zum ersten Mal nach 2 Jahren! Gekocht haben wir am Strand, mit Blick auf die Wind- und Kitesurfer.
Tag 371, 11.02.2002, sonnig bis wolkig, 20 Grad
Gleich nach dem Fruehstueck machten wir uns auf den Weg zur Great Ocean Road. Vorbei an steilen Klippen, Wasserfaellen, Regenwald und schoenen Sandstraenden. In Apollo Bay - auf halbem Weg - sahen wir zwei Drachenflieger in der Seabrise soaren. Nicht lange ueberlegt, rauf zum Startplatz und schon ging's los. Der Wind war perfekt und so flogen wir stundenlang hin und her. Irgendwann hatten wir dann doch genug und fuhren weiter zu den 12 Aposteln (12 vom Wasser geformte Felsen, welche knapp vor der Kueste aus dem Meer ragen). Abends machten wir uns im Landesinneren auf den Rueckweg nach Albury.
Tag 372, 12.02.2002, sonnig, 27 Grad
Nachdem wir gestern schon 100 km zurueckgelegt hatten, fehlten uns heute nur noch 450 km bis Albury. So waren wir den halben Tag im Auto. Kaum angekommen, gab's auch schon viel zu tun. Einkaufen, Abendessen, Ratschen und unser krankes Huehnchen Isabell pflegen. Sie hat sich eine Erkaeltung eingefangen.
Tag 373, 13.02.2002, sonnig, 30 Grad
Wir waren schon wieder mit unserem Auto beschaeftigt, ein paar kleine Sachen fehlen immer noch. Nachmittags trafen wir zufaellig Tobias Burger aus Hindelang, der auch im "Albury Backpackers" wohnt! So klein ist die Welt. Abends haben wir es uns wieder gemuetlich gemacht beim Kartenspielen und Ratschen.
Tag 374, 14.02.2002 - VALENTINSTAG - sonnig, 33 Grad
Verena verbrachte den halben Tag beim Zahnarzt, um ihre gebrochenen Fuellungen erneuern zu lassen, damit das Zahnweh endlich vergeht. Sie bekam von Stefan eine gelbe Rose zum Valentinstag! Er ist eben doch der BESTE MANN der Welt!!!! Stefan war mit Isabell, Swissie und Dave am Fluss beim Floating. Abends gab es noch eine kleine Abschiedsfeier, dann fuhren wir noch auf den Huegel zum Monument, um die Aussicht bei Nacht zu geniessen. Mit im Gepaeck - Pizza und ein, zwei Bierchen....
Tag 375, 15.02.2002, sonnig, 34 Grad
Tja, es ist soweit - ABSCHIED! Isabell und Swissie sind auf dem Weg nach Darwin. Schade, dass wir uns schon wieder trennen mussten. Aber in 6 Monaten werden wir uns zuhause wiedersehen! Wir sind auf dem Weg nach Bright, in eines der bekanntesten Fluggebiete Australiens. Dort sind ab Samstag die australischen Meisterschaften. Mal sehen, wie es der Wettergott meint mit uns.... Kaum in Bright eingetroffen, trafen wir auch schon die beiden Oesterreicher Leopold und Wolfgang aus NOE.
Tag 376, 16.02.2002, bewoelkt, 28 Grad
Der erste Wettbewerbstag wurde schon abgesagt, da die Front von gestern Nacht hartnaeckig haengen blieb. So verbrachten wir den Tag mit anderen Piloten in verschiedenen Cafe's und Pub's.
Tag 377, 17.02.2002, sonnig, 33 Grad
Der erste Task: Stefan startete 2 min. vor Fensteroeffnung, um den Task mitzufliegen. Die Registrierung kostete uns zuviel, somit war Freifliegen angesagt. Die Verhaeltnisse waren knackig - ueber 30 km/h Wind, 43,3 km Flugstrecke, wovon 13 km gegen den Wind zu fliegen waren. Viele Piloten mussten 2 x starten, da die Startbedingungen sehr wechselhaft waren und sie nach 10 min. bereits am Boden standen. Nicht so Stefan - er kam nach ca. 3 Stunden als 2. von 5 Piloten ins Ziel - mit seinem NOVA Carbon DHV 1-2!!! Er ist natuerlich nicht in der Wertung, da er nicht angemeldet ist! Ganz lustig war sein Urodum - welches er heute zum 1. Mal erprobte. Es ist so eine Art Kondom, mit dem Unterschied, dass sich am Ende ein Schlauch anstecken laesst. Dieses Patent sollte eine gefuellte Blase waehrend des Flugs erloesen. Wer sich fragt, wohin das am Ende laeuft - runter! Also Regenschirm aufspannen, sollte mal ein Pilot ueber Euch hinwegfliegen! Stefans Problem war die Befestigung per Klebeband, beim Abloesen riss er sich wohl 100 Haare aus.
Tag 378, 18.02.2002, sonnig - brennend heiss, 34 Grad
Sollten wir jemals ein Buch ueber unsere Reise schreiben, dann wird der heutige Tag wohl die Haelfte davon ausfuellen. So gut wie der gestrige Tag war, so schlecht der heutige. Ich (Stefan) war mit den anderen Piloten auf Task 2 unterwegs. Nahe dem Mt. Buffalo Nationalpark wurde ich zu tief und musste mir einen Landeplatz suchen. Der einzig erreichbare schien auf der Leeseite zu sein. Natuerlich bekam ich auf dem Anflug starkes Sinken - zu starkes Sinken - denn ich konnte den letzten dazwischenliegenden Grat nicht mehr ueberfliegen. Was tun??!! Sichere Baumlandung - nach 12 Jahren war es auch mal Zeit, dass ich in den Baeumen lande. Da stand ich nun, unverletzt in ca. 20 m Hoehe auf einem Ast und konnte nicht runter. Zuerst versuchte ich, ueber mein Funkgeraet Hilfe zu rufen, leider keine Antwort. Nun kam mir wohl die Idee meines Lebens: In meinem Gurtzeug schleppe ich schon seit Jahren Leuchtpatronen mit, welche fuer Notfaelle wie diesen gedacht sind. Diese Patronen sind so gebaut, dass sie beim Abschuss ca. 50 - 100 m in die Hoehe fliegen, dort rot leuchten und leer zu Boden fallen. Nicht so meine Patrone, sie flog nur 3 m nach oben und dann, immer noch leuchtend, zu Boden. Das hatte die Auswirkung, dass saemtliche Straeucher sofort Feuer fingen. Nun wurde die Sache richtig HEISS. Sofort kamen mir Gedanken wie Buschfeuer in Sydney, gegrillter Gleitschirmpilot usw. in den Kopf.
Ich stehe am Baum, komme nicht runter und unter mir brennt es, was koennte mir noch passieren??!! Jetzt war Erfindungsgeist gefragt. Mit Ersatz-Gleitschirmleinen sicherte ich mich samt Gurtzeug am Ast, hing mich aus und begann hinunterzuklettern. Nach ein paar Metern blieb ich, wie bereits erwartet, stecken. Der Baum wurde zu dick und ich konnte ihn nicht mehr "umarmen". Auf die Leinen alleine wollte ich mich nicht verlassen, die halten ja doch nur 70 kg. Nun kam mir zum ersten Mal das Glueck zur Hilfe: ein Gleitschirmpilot hatte die Baumlandung beobachtet und war in "meiner" Wiese gelandet. Er hatte bereits ein Seil dabei, womit ich vom Baum runterkam. Per Funk informierte er Polizei und Feuerwehr von dem Feuer, welches wir aber bereits gemeinsam unter Kontrolle bekamen. Wie man sich vorstellen kann, reagiert man in Australien etwas anders auf Feuer im Wald - 2 Hubschrauber mit Wasserbomben kamen angerueckt, um dem Feuer den Garaus zu machen. Waehrend ich der Polizei meinen Unfall schilderte, meinten die Feuerwehrmaenner, sie muessen meinen Schirm bergen - gesagt, getan: bergen hieß bei denen, 4 Baeume umsaegen und damit den Schirm in 4 Teile zu zerreissen! Da stand ich nun - durch ein selbstausgeloestes Feuer beinahe verbrannt, mein schoener Carbon nur noch Fetzen und von allen als NOVA-Burger bezeichnet. Was koennte schlimmer sein??!!
Tag 379, 19.02.2002, sonnig, 26 Grad
Stefans gestrige Aktion ist mittlerweile Ortsthema Nr.1. Wir verbrachten den heutigen Tag mit Schirm-zerlegen. 9 Kammern zerrissen, die Haelfte der Leinen zerfetzt, das werden wohl einige Windsaecke und Leinen fuer alles Mögliche werden. Schade, um den schoenen Schirm, noch nie hatte Stefan soviel Freude und Spass am Fliegen wie mit dem NOVA CARBON!
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