Die Reise mit dem Gleitschirm um die Welt
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Tag 310, 12.12.2001, bewoelkt und Schauer, 23 Grad
Zuerst suchten wir einmal fuer 1 1/2 Stunden den Weg zurueck zur Hauptstrasse, da wir uns gestern im Dunkeln auf der Suche nach einem Schlafplatz ein wenig verfranst hatten. Ueber lange Schotterstrassen quer durch die Pampa kamen wir doch wieder zurueck auf eine Hauptstrasse. In der "Bay of Islands" fuhren wir mit einem Tourboot um die Inseln. Highlight war die Fahrt durch einen Felsentunnel, das Boot hatte beidseitig nur 2,5 m Platz! Zuletzt konnten wir noch auf einer der Inseln ein wenig rumspazieren und die tolle Aussicht geniessen. Gegen Abend fuhren wir noch weiter nach Norden und fanden einen perfekten Platz zum Uebernachten. Ein kleiner Fluss, Schilf und weit und breit kein Haus.

Tag 311, 13.12.2001, sonnig, 28 Grad
Morgens wurden wir kurzerhand von einer vorbeikommenden Spaziergaengerin zum Fruehstueck eingeladen. Wir ratschten ein wenig und "mussten" 2 Fotoalben ueber Neuseeland durchsehen. Gegen Mittag erreichten wir Cape Reinga, den noerdlichsten Punkt Neuseelands. Dort trifft die tasmanische See mit dem Pazifischen Ozean zusammen und schmeisst ordentliche Wellen an den Beach! Auch der Wind war nicht ganz ohne. Weiter ging's Richtung 90-Mile-Beach, ein 90 km langer Strand, an dem man mit dem Auto entlang fahren kann. Das Land im hohen Norden ist gepraegt von vielen grasigen Huegeln, Dschungel, Sandduenen an der Kueste und natuerlich Kuehe, sowie Millionen von Schafen.

Tag 312, 14.12.2001, wolkig, 25 Grad
Ohne Fruehstueck machten wir uns auf den Weg zu ein paar kleinen Walks durch den Waipoa Kauri Forest. Hier sind einige der groessten Baeume Neuseelands zu bewundern, teilweise ueber 50 m hoch und mit einem Stamm-Durchmesser von mehr als 5 m! Anschliessend fuhren wir Richtung Sueden zum Bayley's Beach, einem Fluggebiet. Der Wind kam leider aus Sueden, d.h. parallel zur Kueste und somit war das Soaren gestorben. Also rein ins Auto und nochmals 2 1/2 Stunden zum Muriwai Beach gefahren. Dort packten die Piloten gerade ein, da der Wind zu stark wurde. Pech gehabt! Somit besichtigten wir die "Gannets", eine seltene Vogelkolonie, die dort auf den steilen Klippen "wohnen". Um 18 Uhr waren wir wieder zurueck in Auckland, puenktlich zur Geburtstagsparty von Eva. Mit 15 Leuten fuhren wir auf einem Boot raus zu einer kleinen Insel im Hafen von Auckland. Es war eine nette Feier, vorallem fuer uns, denn man feiert nicht jeden Tag auf einem Boot....

Tag 313, 15.12.2001, Regen, 23 Grad
Zuerst schauten wir kurz im Internet vorbei, bevor wir zwischen zwei Regenschauern versuchten, am North Head in Devenport zu fliegen. Aber das nasse Gras am Startplatz sowie der sehr schwache Wind hielten uns doch davon ab. Nachmittags kauften wir, mitten im Weihnachtsshopping mit tausenden Kiwi's (Spitzname der Neuseelaender), endlich unsere Campingausruestung: Kocher, Gas, Topf, Kochloeffel, Schuessel und Teller. Danach fuhren wir ueber einen riesigen Umweg nach Thames, auf die Coromandel Halbinsel. Wir schlichen uns in ein Backpacker zum Duschen, was nach 6 Tagen dringend notwendig war. Wir sind Schweine!!

Tag 314, 16.12.2001, wolkig, 25 Grad
Heute war Sightseeing angesagt. Wir fuhren einmal um die Coromandel Halbinsel, mit Stops in Coromandel Town, Whitianga und am Hot Water Beach. Dort kommt Thermalwasser aus dem Sand, d. h. man nimmt eine Schaufel, graebt ein Loch in den Sand und sitzt somit in einem heissen Pool. Wir fuhren noch bis Tauranga, wo wir bis 23 Uhr mit Waesche waschen beschaeftigt waren. Nebenbei haben wir uns Infos uebers fliegen am Mount Maunganui besorgt. Mal sehen, was das Wetter morgen sagt.

Tag 315, 17.12.2001, bewoelkt, 26 Grad
Nach einer Stunde Aufstieg (1/2 Stunde zuviel, da wir uns natuerlich verlaufen haben), flogen wir heute vom Mount Maunganui. Vor dem Start und nach der Landung mussten wir den Flughafen Tower anrufen, um eine Startgenehmigung zu bekommen. Der Wind war perfekt und so konnten wir 2 Stunden soaren. Einzig die Nebelfetzen, die sich staendig ueber dem Berg bildeten, und dann vom Wind verblasen wurden, waren etwas stoerend. Wir mussten sie staendig um- oder durchfliegen. Am Abend "versuchten" wir zu kochen. Doch unser Gas ging aus, das bloede Ding hielt nur fuer 30 Minuten. So mussten wir rohe Kartoffeln und Karotten sowie Paprika essen. Das Fleisch wurde leider nicht mal ausgepackt. Aber es lies sich keine Gasflasche um 20 Uhr mehr auftreiben.

Tag 316, 18.12.2001, pausenlos REGEN, 24 Grad
Weiter ging es nach Rotorua, der Stadt der heissen Quellen und vulkanischen Aktivitaeten. Hinter Bueschen, aus Kanaldeckeln, am Seeufer - ueberall steigt der nach faulen Eiern stinkende, schwefelhaltige Damp auf. Der Regen, welcher in der Nacht ploetzlich begonnen hatte, wollte nicht mehr aufhoeren. So konnten wir uns auch nicht sehr viel ansehen. Einziges Erfolgserlebnis: Verena tauschte das Fleisch, welches wir gestern kauften und ohne Kuehlbox ueber Nacht natuerlich schlecht wurde, in einem anderen Supermarkt der selben Kette um. Die Verkaeuferin wollte zuerst nicht, da es offensichtlich war, dass das Verschulden auf unserer Seite lag. Sie war nicht bloed. Doch Verena gab nicht auf und ging zum Manager. Der stauchte zuerst die Verkaeuferin ordentlich zusammen und gab uns dann, aufgrund der Unannehmlichkeiten, mehr Fleisch als wir vorher hatten. Es darf einem einfach nichts zu doof sein.

Tag 317, 19.12.2001, bewoelkt mit Schauern, 24 Grad
Zuerst erkundeten wir die zahlreichen Geysiere und Heiss-wasser-pools der Umgebung von Rotorua. Ziemlich gleich wie im Yellowstone NP (USA), nur dass hier mit Seife nachgeholfen wird, damit der Geysier auch puenktlich ausbricht. Anschliessend beobachteten wir die Schleussenoeffnung eines Staudames und die folgende Flutwelle durch den Canyon. Zuletzt noch einen grossen Wasserfall und schon waren wir in Taupo, am gleichnamigen See. Zum Abendessen gab es Kartoffeln, Brokkolie und Frankfurter (Wiener Wuerstchen) - alles in einem Topf gemeinsam gekocht. Lisi (Verenas Mama) wird nun wohl beide Haende ueber dem Kopf zusammenschlagen. Aber so ist das nun mal, wenn man nur eine Kochstelle hat und Gas sparen muss.

Tag 318, 20.12.2001, wolkig, 25 Grad
Urspruenglich wollten wir heute den "Tongariro Crossing Track" im gleichnamigen Nationalpark, im Herzen der Nordinsel, laufen. Die Bergwettervorhersage war jedoch schlecht,so verschoben wir das ganze auf morgen. Stattdessen fuhren wir einmal um die drei aktiven Vulkane: Mt. Tongariro 1967 m, Mt. Ruapehu 2797 m und Mt. Ngauruhoe 2291 m, ohne die Gipfel nur einmal gesehen zu haben. Wir "am Boden" hatten schoenstes Wetter, aber in den Bergen regnete es. Gute Entscheidung, nicht zu laufen!

Tag 319, 21.12.2001, sonnig bis wolkig mit Schauer, 15-25 Grad
Um 6 Uhr wachten wir auf, schoener Sonnenaufgang und klare Sicht auf die drei Vulkane - auf geht's zur Bergtour! Die Tongariro Crossing ist ein landschaftlich geniale Wanderung: Zwischen zwei aktiven Vulkanen hindurch, an tuerkisfarbenen Kraterseen vorbei, durch viele Vegetationszonen hindurch - einfach gigantisch! Nicht umsonst ist dies Neuseelands schoenster Tagestrack. Das Wetter war relativ gut, wir hatten viel Sonne und schoene Aussicht, nur beim Abstieg regnete es kurz, aber dank unserer VAUDE Regenklamotten kein Problem. Allerdings war das Zurueckkommen zum Auto kein Zuckerschlecken: NOrmal fahren von den Ausgangsorten zum Trackeinstieg Shuttelbusse, die einem am anderen Ende wieder abholen um zum Ausgangsort zurueckbringen. NUR: die kosten Geld, was wir nicht haben. So fuhren wir mit dem Auto zum Trackeeinstieg und mussten die 30 km wieder zureuck zum Auto kommen. Die ersten zwei Teilabschnitte auf den Hauptstrassen waren leicht, aber die letzten 7 km Schotterweg und nur Zugang zum Track war nix mit Autostoppen. Als wir fast dort waren, nahm uns das gerade vorbeikommende Polizeiauto mit. Er war auf dem Weg zum Parkplatz, um nach aufgebrochenen Autos zu schauen - unseres war zum Glueck okay! Somit sind wir heute ca. 21 km gelaufen, es war ein phantastisches Erlebnis! Abends duschten wir, wiedermal umsonst, am Campingplatz in Taupo.





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Bilder zu diesen Reiseberichten:
Neuseeland: Vom Thermalwasser gefaerbter Stein Neuseeland: heisser Schlamm Neuseeland: Vulkangebierge Neuseeland: Stefan bei der Arbeit Neuseeland: Vorsicht - heiss und fettig Neuseeland: Vulkansee - Rotorua Neuseeland: Etwas schlechte Sicht Neuseeland: Wolken, Meer und sonst nichts Neuseeland: Stefan ueber dem Ort Mt Manganui Neuseeland: Geysier beim Ausbrechen Neuseeland: Rotorua Thermalwasserfall


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