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Reiseberichte, Tag 180 bis 189, USA
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Tag 180, 04.08.2001, sonnig und Gewitter, 28 Grad
Heute fuhren wir erst um 11.00 Uhr mit dem Truck zum Startplatz, da es morgens noch bewoelkt war. Es war dann zwar sonnig, doch bauten sich die Wolken schnell wieder auf, so wurde es nur ein 45 min. Flug. Anschliessend hingen wir im Ort bzw. im Auto rum, bis der Regen vorbei war. Der Nachmittag versprach einen schoenen Flug, daher ging´s mit dem 17.00 Uhr-Truck zum Startplatz. Genauso wurde es auch! Wir hatten richtig Spass, denn alleTandempiloten von "Paragliding Aspen" flogen Solos und es waren auch viele einheimische Piloten dabei. Abends gings dann wieder ein paar Meilen ausserhalb von Aspen zu unserem Uebernachtungsplatz, wo wir im Auto noch Abendessen kochten (es regnete schon wieder...) - Rindersteaks mit Gemuesereis! Uns gehts nicht schlecht, gell!
Tag 181, 05.08.2001, sonnig, 29 Grad
Der Tag versprach, geniales Flugwetter zu bieten, auch die einheimischen Piloten waren schon ganz nervoes! Mit dem 09.00 Uhr Truck gings zum Vormittagsstartplatz. Jedoch konnten wir hier, zur Verwunderung aller, nur den Tandempiloten beim Absaufen zuschauen. "Strange conditions", wie sich die "locals" ausdrueckten! Wir schauten noch Dick Jackson, dem Inhaber der Flugschule in Aspen, beim Tandemstart mit einem Behinderten im Rollstuhl zu, oje - da blieb uns kurzzeitig das Herz stehen, aber alles ging gut! In dieser Hoehe, der Startplatz liegt auf ca. 3.600 m, ist es aufgrund der "duenneren" Luft schon schwierig, mit dem Gleitschirm zu starten, aber mit einem Behinderten im Rollstuhl - wow! Wir wurden spaeter zum anderen Startplatz gefahren, wo zuerst wieder "parawaiting" angesagt war. Die Wolken sahen super aus, doch es war einfach keine Thermik zu finden. Gegen Mittag starteten wir dann auch, es war ein Lotteriespiel - 3 Piloten, und natuerlich auch Stefan, schafften es, sich zu halten und dann mit zunehmende
r Thermik einen 2-Stunden-Flug geniessen zu koennen. Die anderen 15 Piloten und auch Verena, standen nach 30 min. am Boden. Nachdem wir uns vom "parawaiting" einen Sonnenbrand geholt hatten und bereits wieder Gewitterwolken ueber den Bergen zu sehen waren, verabschiedeten wir uns von den Piloten und machten uns auf den Weg nach Salt Lake City. Der Abschied fiel uns sehr schwer, da Aspen ein superschoener Ort mit einer tollen Atmosphaere ist und die Landschaft erinnerte uns sehr an zuhause. Wir hatten zwar kein perfektes Flugwetter erwischt, aber wir konnten dennoch jeden Tag fliegen. Gegen 00.30 Uhr erreichten wir Draper, suedlich von Salt Lake City, wo wir morgen Daniel besuchen wollen, einen weiteren Piloten, den wir in Brasilien kennengelernt hatten.
Tag 182, 06.08.2001, bewoelkt, 33 Grad
Am Vormittag besuchten wir Daniel in der Flugschule "Cloud 9 Soaringcenter". Nachdem es nicht wirklich nach Flugwetter aussah, setzten wir uns endlich mal wieder vor einen Computer, damit Ihr wieder auf dem neuesten Stand seid! Abends lernten wir noch seine Fliegerfreunde in der WG kennen, einem Treffpunkt fuer viele Piloten in und um Salt Lake City. Es gab eine kleine Party mit Videos. Hier sind die meisten Piloten "Acropiloten" und man hoert nur SAT, Tumble, Loop, asymetrische Spiralen, Bodenspirale usw. Wir sind die einzigen "Normalpiloten" in dem Haufen! Morgen wollen wir alle zusammen zum Fliegen gehen, hoffentlich ist das Wetter gut!
Tag 183, 07.08.2001, sonnig, 35 Grad
Jetzt sind wir schon den 2. Tag in Salt Lake City, dem so verlaesslichen Fluggebiet, wie jeder sagt, und koennen nicht fliegen. Ueberentwicklungen in alle Himmelsrichtungen, es war nicht einmal moeglich, am Abend die Nordseite vom Point of the Mountain zu fliegen. So fuhren wir in die Stadt, um uns den Mormonentempel und die Family Research Bibliothek anzusehen. Stefan hatte kein Glueck mit seinen Vorfahren, sie waren in keinem der tausenden Buecher zu finden. Verena wusste bereits von Ihrem Besuch 1995, dass ihr Vater und seine Familie dort zu finden sind. Abends gabs Pizza und wieder Party in der WG von Daniel.
Tag 184, 08.08.2001, sonnig, 35 Grad
Um 6.30 Uhr sind wir aufgestanden, um am "Point of the Mountain" die Suedseite zu soaren. Wir konnten ein paar schoene Fotos schiessen bis um 08.30 Uhr der Wind bereits zu stark wurde. Also war erstmal wieder Arbeit am PC angesagt, da wir uns dringend um unser Round-the-world-Flugticket kuemmern muessen. Leider erweist sich das als nicht so einfach wie gedacht, da unsere gewuenschte Streckenfuehrung etwas kompliziert ist. Am spaeten Vormittag machten wir uns auf den Weg nach Jackson Hole. Waehrend der Fahrt sahen wir schon schoene Wolkenstrassen am Himmel, je weiter Richtung Norden, desto weniger Ueberentwicklungen. Als wir gegen 17.00 Uhr ankamen, riefen wir gleich bei Matt an, einem Freund von Danny. So hatten wir zu den einheimischen Piloten gleich tollen Kontakt. Es ging zum Snowking Mountain, direkt im Ort. Matt besorgte uns kostenlose Karten fuer die Auffahrt. Wir konnten uns nur 1/2 Stunde halten, da es bereits kurz vor Sonnenuntergang war und die Thermik bereits nachliess. Gelandet wird in einem, doch
sehr kleinen, Baseballfeld am Fuss des Berges bei der Talstation. Heute wurden wir zum ersten Mal von einem Sheriff weggeschickt, als wir an der Talstation uebernachten wollten. Dann gingen wir eben wieder einmal zum Albertson Supermarkt-Parkplatz.
Tag 185, 09.08.2001, sonnig und gewittrig, 33 Grad
Gleich am Morgen fuhren wir mit der Gondel zum Startplatz in Teaton Village. Der Start war recht anspruchsvoll, da es mit ca. 30 km/h raufblies. Der Flug war dann eher langweilig. Kaum Thermik, viel Wind und ein ewiges Gewackel. So landeten wir bereits nach einer halben Stunde. Am Nachmittag schlenderten wir ein wenig durch den Ort, zum Fliegen gings aufgrund von Ueberentwicklung nicht mehr.
Tag 186, 10.08.2001, sonnig und Gewitter am Abend, 32 Grad
Am Vormittag flogen wir am Startplatz Philips Canyon. Leider starteten wir zu frueh und standen bald am Boden. Nachdem fuer die Auffahrt zum Startplatz ein Allradauto benoetigt wird, blieb es bei dem einem Flug. Stefan hat sich beim Cookieessen einen halben Zahn ausgebissen und ging so gleich zum Zahnarzt. Doch da war leider nichts mehr zu machen, er braucht irgendwann eine Krone, da das abgebrochene Stueck zu gross war. Verena nutzte die Zeit fuer eine Kontrolluntersuchung beim Frauenarzt, waere eigentlich nicht erwaehnenswert, wenn da nicht die Einladung waere... Die Frauenaerztin und ihr Mann haben uns fuer die naechsten zwei Tage zu sich in ein supertolles Haus auf einem Huegel mit gigantischem Bergblick eingeladen. Wir sind einfach Glueckskinder. Abends versuchten wir nochmal, Snowking Mountain zu fliegen, doch der Gewitterturm war wieder einmal zu gross. Dafuer trafen wir die Firefighters, die Helden, die den Waldbrand in der Naehe von Jackson geloescht haben. Harte Burschen! Sie sind auf dem Weg in den Yellowstone Nationalpark, wo derzeit auch ein Waldbrand wuetet.
Tag 187,11.08.2001, sonnig und Gewitter, 30 Grad
Gleich in der Frueh gings wieder mit der Gondel zum Rondevous Mountain in Teton Village. Dort mussten wir erst einen Regenguss abwarten, bevor wir starteten und schon nach 1 Std. aufgrund des naechsten Gewitters wieder landeten. Am Nachmittag war dann Snowking Mountain angesagt, wo allerdings nur Stefan geflogen ist, da der Wind zu stark war. Verena fuhr mit dem Sessellift wieder runter. Das waere unsere letzte Chance gewesen, in den USA mal ueber 5.000 m zu fliegen. Es ist hier sehr gut moeglich, denn die Startplaetze liegen meist schon auf 3.500 m oder hoeher. Naja, sollte eben nicht sein! Anschliessend verabschiedeten wir uns von den Piloten und uebernachteten wieder bei der Aerztefamilie.
Tag 188, 12.08.2001, sonnig, 34 Grad
Zuerst gings durch den Grand Teton Nationalpark, wobei wir uns hier die Berge nur von der Weite anschauten, zum Yellowstone Nationalpark. Wir hatten nicht nur mit dem Wetter Glueck, wir sahen auch ohne langes Warten drei Geysiere eruptieren - einfach gigantisch! Die meisten Geysiere sind ziemlich unzuverlaessig in ihren Eruptionszeiten, man muss teilweise 4 Std. und mehr warten. Auch die vielen farbenfrohen Heisswasserpools haben uns beeindruckt. Das sehr stark mineral- und bakterienhaltige Wasser ist staendig am Kochen und Blubbern. Trotzdem sind alle Pools unterschiedlich, der eine schlammig und weiss, der andere klar und blau, wieder andere rot, gruen oder gelb. Zum Uebernachten fuhren wir aus dem NP raus, da wir ja zu geizig fuer die 16 USD Campingplatzgebuehren sind! Wir uebernachteten in einem Waldstueck nahe West Yellowstone - sprich hautnah mit Baeren, Bueffeln, Woelfen usw.....
Tag 189, 13.08.2001, bewoelkt, Regen, sonnig, 24 Grad
Am Vormittag gings wieder in den Yellowstone NP. Wir sahen uns wieder unzaehlige Geysiere und Pools an. Sehr beeindruckend ist auch, wieviel Wald hier 1988 abgebrannt ist. Mittlerweile wird das Land jedoch von Millionen kleinen Baeumen wiedergewonnen. Am Nachmittag besichtigten wir die beiden Wasserfaelle und den Grand Canyon des Yellowstone in Canyon Village. Der untere faellt 94 m - ziemlich beeindruckend, bei der Wassermenge. Ausserdem gab es noch viele Bueffelherden zu sehen! Stefan konnte es kaum glauben, dass es sowas noch gibt! Spaeter fuhren wir vom Hayden Valley ueber Canyon Village und Roosevelt zum Nordeingang nach Gardiner. Das war eine wunderschoene Strecke ueber Paesse und Felder, durch Waelder und Fluesse - natur pur! Nur die vielen Touristen und die vielen Autos stoeren das Landschaftsbild ein bisschen....
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