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Reiseberichte, Tag 510 bis 519, China
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Tag 510, 30.06.2002, sonnig-wolkig, 30 Grad
Ein letztes Mal gings noch zum Fliegen. Schoener laminarer Wind, 2 Stunden soaren, was will man mehr... Unser Freund Tommy aus China war auch dabei und hatte auch unsere Tickets fuer die Transsib. Eisenbahn mit. Am Abend mussten wir mit 4 "Nicht-Deutschland-Fans" das Finale ansehen.
Tag 511, 01.07.2002, wolkig, 32 Grad
Heute ist Handover Feiertag in Hongkong, die Rueckgabe an China am 1.7.97. Aber wir machten uns gleich morgens auf die Socken, um Richtung Xian zu kommen. Am fruehen Nachmittag kamen wir in Guangzhou an und bekamen gerade noch zwei Schlafwagenplaetze im 17 Uhr Zug nach Xian. Am
Bahnhof trafen wir einen Amerikaner, der bereits in Kambodscha und Vietnam mit uns unterwegs war. Zusammen gingen wir zum Markt, der mehr einen Take-away-Zoo gleicht. Von Hundebabys ueber Schlangen, Skorpione und Schildkroeten bis hin zu Echsen gab es alles zu sehen. In Guangzhou, auch unter dem Namen Kanton bekannt, wird so ziemlich alles gegessen, was kreucht und fleucht. Der Markt ist nichts fuer sensible Menschen - wie Verena. Um 17 Uhr sassen wir im Zug, der uns knapp 2.000 km weiter NW nach Xian bringen soll. 28 Stunden dauert die Fahrt...
Tag 512, 02.07.2002, sonnig und diesig, 18 Grad
Den Tag verbrachten wir komplett im Zug - mit langen Hosen, Socken und Faserpelz - die Aircondition war zu kalt eingestellt. Soweit wir sehen konnten, haben die Chinesen jeden Meter Land bebaut, zuerst noch mit Reisfeldern, weiter im Norden Gemuese und Obst. Die Menschen auf dem Land haben scheinbar noch mit der Armut zu kaempfen, sie leben in recht heruntergekommenen Huetten oder Haeusern. Einige leben sogar in Huegeln, in die sie Hoehlen gegraben haben! Die Landschaft erinnerte uns etwas an Norditalien, Huegel und Berge, Obstplantagen (kein Wein) und schlechte Sicht obwohl es eigentlich sonnig war, taten ihres dazu. Gegen 22 Uhr erreichten wir Xian, checkten in ein Hotel ein und legten uns gleich schlafen.
Tag 513, 03.07.2002, sonnig und diesig, 30 Grad
Wir mussten feststellen, dass es unmoeglich ist, in Xian ein Zugticket zu kaufen. Sogenannte Buisnessmans kaufen alle Tickets auf und verkaufen diese dann verteuert weiter. Also mussten auch wir 10 EUR mehr bezahlen. Wir machten uns auf den Weg zur weltberuehmten Terrakotta Armee. Mit dem lokalen Bus fuhren wir die 34 km Richtung Osten - als einzige Touris - alle anderen buchten wohl eine Tour vom Hotel aus. Die 2.000 Jahre alten Soldaten und Pferde, die erst 1974 entdeckt wurden, waren wirklich beeindruckend. Ueber 7.000 Stueck waren ca. 5 Meter tief unter der Erde versteckt, bis Bauern beim Graben nach Grundwasser auf die Ueberreste gestossen sind. In vielen Jahren Arbeit wurden die zerstoerten Armeen wieder aufgebaut und der Oeffentlichkeit zugaenglich gemacht. Sie sollten urspruenglich das Mausoleum des Imperiors Qin "bewachen", bevor sie von seinen Feinden nach seinem Tod zerstoert wurden. Insgesamt arbeiteten 720.000 Chinesen an den Armeen sowie an dem Mausoleum. Es dauerte einige Jahrzehnte um beides fertigzustellen. Nach einem kurzen Besuch im Mausoleum, was sich als unnoetig herausstellte, da es auf dem Huegel rein gar nichts zu sehen gab, fuhren wir wieder zurueck nach Xian. Schnell noch Abendessen und rein in den Nachtzug nach Peking, wieder 15 Stunden im Zug - gutes Training fuer die Trans-Sib.-Eisenbahn!
Tag 514, 04.07.2002, sonnig und diesig, 30 Grad
Frueh morgens kamen wir am Westbahnhof in Chinas Hauptstadt an. Die Suche nach einem Hotel gestaltete sich ziemlich schwierig, so landeten wir in einer kompletten Absteige. Morgen sollen wir angeblich ein besseres Zimmer bekommen. Anschliessend machten wir einen Stadtbummel. Ausserdem hatten wir zwei "gschmackige" Erlebnisse mit chinesischen Babys und Kleinkindern, die alle keine Windeln anhaben. Zuerst pinkelte ein ca. 8 Monate alter Bub auf unseren Nachbartisch und im Stadtbus liess die Mamma ein 1 Jahr altes Maedchen quer durch den ganzen Bus pinkeln. Die Hosen der Babys sind unten alle geschlitzt, sodass alles gleich "entsorgt" wird, wo immer es gerade geschieht. Wir haben uns schon daran gewoehnt, dass die Kinder mitten auf die Strasse oder in die Gullis pinkeln, und dass die Maenner alle 2 Min. lautstark einen "Gruenen" raufholen und auf den Boden spucken, aber das war die Kroenung. Wir hoerten Geschichten von anderen Touris, die Kleinkinder im Zug neben sich hatten, da geht dann alles auf den Boden, was eine 28 Stunden Zugfahrt zur Tortour werden laesst. Wir hatten wohl bisher recht Glueck mit unseren Zug-Nachbarn.
Tag 515, 05.07.2002, sonnig, 31 Grad
Nach einer fast schlaflosen Nacht in unserem Dreckloch (ein Drittel der Waende ist mit Schimmel ueberzogen) und lauten Party-Nachbarn auf dem Gang, war heute massives Sightseeing angesagt. Zuerst besuchten wir das Mausoleum, diesmal war wirklich die Leiche des 1976 verstorbenen Fuehrers Mao zu sehen. Extrem viele Chinesen und einige westliche Touris schoben sich an Maos Sarkopharg vorbei. Anschliessend ging es gleich weiter zur verbotenen Stadt. Von hier aus regierten die verschiedenen chinesischen Herrscher ueber 500 Jahre lang. Die Gebaeude wurden mehrmals niedergebrannt und zerstoert. Was derzeit zu sehen ist, stammt meist aus dem 18 Jh. Zu dieser Zeit haette der Eintritt mit dem Tod bezahlt werden muessen, wir kamen heute mit 8 EUR pro Pers. davon. Noch nicht muede genug, fuhren wir mit der U-Bahn zum Zoo. Wir wollten doch unbedingt einmal die Panda-Baeren sehen. Der Zoo an sich war sehr enttaeuschend, es gab zwar eine riesige Auswahl an Tieren, die aber alle in sehr kleinen, dreckigen und lebensunwuerdigen Betonkaesten ohne Gruenzeug gehalten werden. Ein Fall fuer den WWF! Nachdem die Chinesen ja fast alles essen, was ihnen unterkommt, sieht man hier sehr deutlich, dass sie keinen Respekt vor den Tieren haben. Todmuede kamen wir spaetabends in unserem Hotel an, wo ein anderes "teuereres", aber nicht wirklich schoeneres Zimmer auf uns wartete. Im Zoo auf den Geschmack gekommen, bestellte sich Stefan Froschschenkel zum Abendessen und meinte, "das schmeckt gar nicht so schlecht, wie es aussieht". Verena blieb bei Reis und Gemuese. Feigling...
Tag 516, 06.07.2002, sonnig, 30 Grad
Vormittags versuchten wir mit Hilfe des Visitor-Information-Center's und Haenden und Fuessen an Infos ueber Gleitschirmfliegen zu kommen. Schwierig... Anschliessend war Shopping angesagt - ENDLICH!! Ein paar Klamotten und einen Reiskocher schwerer werden wir die Transsib. besteigen. Endlich fanden wir auch Internet beim Mc Donalds. Vor 2 Wochen kamen 24 Menschen bei einem Brand in einem Internetcafe ums Leben. Die kommunistischen Chinesen haben kurzerhand alle Internet Cafes im Land geschlossen. Zum Glueck gibt's den MCD.
Tag 517, 07.07.2002, sonnig, 31 Grad
Jippie!!! Der Tag der Tage fuer die chinesische Mauer! Es war zwar ein Riesenstress und viel Glueck, dass wir den Bus noch erreichten, aber es war einfach gigantisch. Nachdem der bekannteste Teil der Mauer in Badaling sehr, sehr ueberlaufen ist, entschieden wir uns fuer Simatai. Hier waren wir nur mit ein paar Touris unterwegs, in Badaling waeren es tausende gewesen. Simatai ist noch recht urspruenglich, die Mauer bis zu 70 Grad steil und 500 m steile Abhaenge schrecken schon sehr viele Touris ab! Uns nicht!!! Wir hatten eine grandiose Fernsicht und konnten die Mauer wirklich am Horizont verschwinden sehen. Es war anstrengend bei der Hitze die steilen Anstiege zu bewaeltigen, aber einfach unwahrscheinlich beeindruckend! Um diesen wunderbaren Tag angemessen zu beenden, goennten wir uns am Abend eine Originale Peking Ente im Hinterhof eines traditionellen Restaurants im "alten Peking". Was fuer ein Tag...
Tag 518, 08.07.2002, sonnig, 29 Grad
Gemuetlicher Tag mit Ausschlafen, Stadtbummel, Geldwechsel und Shopping, weil's doch so schoen ist....
Tag 519, 09.07.2002, sonnig & diesig, 29 Grad
Am letzten Tag in Peking waren wir im Summer Palace, welcher sehr gross und schoen angelegt ist. Riesiger See mit kleinen Inseln, Huegel mit Palaesten, Tempel usw. Als Operhaupt des Staates lies es sich hier gut leben. Morgen geht es los mit der Transsib.
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