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Dezember 2003
"Unsere" 8 Waisenkinder haben das erste Weihnachtsfest in ihrem Haus unter einem großen Weihnachtsbaum gefeiert. Sie haben Kleidung, Spielsachen und Süßigkeiten geschenkt bekommen. Auch sind sie als "Anglöckler" unterwegs gewesen und haben sich ein wenig Geld verdient. Am 24. und 25.12. bekam ich dann sehr liebe Mails von den Kindern. Schön war es auch, dass es in der Nacht vom 24. auf den 25.12. in Giurgiu geschneit hat, somit konnten alle in der Früh den ersten Schnee im angrenzenden Park genießen.
Bei Austrian Airlines haben wir um günstige Flugtickets angesucht, doch noch leider keine Antwort erhalten.
Varga Mihaela wurde noch nicht bei ihrem Vater in Sibiu angetroffen, wir sind in (riesen-)großer Sorge. Der Vater wollte nicht sagen, wo seine Tochter ist. Wir bleiben aber dran......(hier ein herzlichen Dank an Herrn Kaltenecker)
Oktober 2003 (sehr ausführlich, nur für Insider)
In der Zeit vom 31.10. - 8.11.03 war ich (Marita) in Giurgiu. Die Airlines AUA besorgte mir ein kostengünstiges Flugticket. Cristina und ihr Mann haben mich am Flughafen abgeholt, dann sind wir gleich auf meinen Wunsch hin zur Metro gefahren um ein Telefonfax zu kaufen. Damit wir endlich unabhängig werden.
Sie sagten mir auch, dass Varga Mihaela, ein Mädchen aus unserer Waisenhausgruppe, die seit einem Jahr bei Pflegeeltern gelebt hat, zu ihrem Vater gekommen sei. Es war eine kurzfristige Entscheidung, da ihr Vater ausgeforscht werden konnte. Mihaela wurde vorher nicht darüber informiert. Sie hat bei der Übergabe gekreischt, wie auch schon bei der Übergabe an die Pflegeeltern vor einem Jahr. Schrecklich für Mihaela, wieder eine Trennung................. (Jetzt sind wir auf der Suche nach ihr)

Bei Dunkelheit kamen wir dann in Giurgiu an. Die Kinder haben sich riesig gefreut und ich habe sie von der Betreuerin übernommen. Nun waren wir alleine. Ich mit 8 Kindern, einem Haus, 3 Kachelöfen, einer Waschmaschine, einem vollen Kühlschrank, 3 Schlüsselbunde und jede Menge an Instruktionen.
Nach einem Tischgebet und warmen Abendessen räumte Daniel die Küche ganz alleine super auf. Natürlich gab es jede Menge Lob.
Die anderen Kinder erzählten ohne Ende..............Zu Bett ging es dann um 22 Uhr.
Am nächsten Morgen frühstückten wir gemeinsam im Zimmer der Kinder. (1. Änderung!) Sonst essen die Kinder in einem kleinen Raum und schauen die Wand an.
Bei einem Spaziergang im Park planten wir dann die nächsten Tage. Bukarest, Zoo und Flughafen anschauen, ev. ein Musikfest besuchen. Ein Schwimmbad gibt es leider weder in Giurgiu noch in Bukarest. Es gibt nur eins in einem Hotel, da sind wir aber nicht erwünscht. Die Schwimmflügel packte ich also gar nicht erst aus.
Die Kinder erzählen mir, dass nur Marian, Mihai und Andrei in dieser Woche zur Schule gehen müssen. Aber das war dann auch nicht immer so, `mal war der Lehrer nicht da, dann mußten die Kinder wieder später in die Schule kommen, usw. ein rechtes Durcheinander für meine Begriffe.
Super war, dass der Staat für alle Kinder eine kostenlose Musikveranstaltung organisiert hat. Es durften alle Kinder ca. 2 Stunden ins Theater gehen und dort tanzen, musizieren usw., hat ihnen viel Spaß gemacht. Danach gab es noch eine Tüte mit Obst und Süßigkeiten. Für viele Kinder aus sehr armen Verhältnissen war das natürlich ein Fest.
Gewöhnungsbedürftig war für mich, dass die Kachelöfen sehr schwierig zum Einheizen waren, da wir weder Zeitungspapier noch Zündwürfel hatten. Außerdem ist das Holz noch sehr feucht. Das Einheizen war also "ein Erlebnis", ebenso das Pommes Frites machen für 9 Personen. Ca. 12 kg Kartoffeln wurden verarbeitet. Dann mußte alles zeitraubend in einer Pfanne ausgebacken werden. Ich dachte voller Wehmut an die Pommes vom Spar (im Sackl) und an meine Fritteuse...........
Der Ausflug zum Zoo und Flughafen war für die Kinder sehr schön und interessant, doch hat uns der Bus 120€ gekostet, Wahnsinn! Wir brauchen dringend einen eigenen Bus. Derzeit kostet ein Liter Benzin ca. 80 Cent, Diesel ein wenig weniger. Also fast die gleichen Preise wie bei uns. Das setzt sich auch fort bei anderen Dingen wie: Staubsauger, Waschmaschinen, Trockner (550,-€!), ......Ein Weißrot mit 280 Gramm hat vor einem Jahr noch 3000 Lei gekostet, jetzt 5500Lei, bis zum Jahresende soll es auf 7000Lei ansteigen. Wie überall üblich in Rumänien essen auch unsere 8 Kinder viel Weißbrot, zwischen 10 und 15 Brote pro Tag. Dafür essen sie aber wenig Kartoffeln und Reis.
Die Mahlzeiten schauen so aus: Frühstück mit Tee (Kamille oder Pfefferminz) oder Kakao (Trockenmilchpulver) und 3 Stück Brot mit Aufstrich.
Mittag: Suppe, Hauptmahlzeit mit Fleisch, dazu viel Weißbrot,
Nachmittag: Auflauf aus Nudeln, dazu Brot. Oder es gibt einen Kuchen
Abend: warme Mahlzeit wie Eintopf , dazu wieder Weißbrot und Tee, danach noch einen Apfel und eine Banane.

Also hier gehört viel geändert. 1.) Frischmilch anstelle von Trockenmilch.
2.) zur Abwechselung auch Früchtetee (habe ich gleich gekauft)
3.) Apfel und Banane sollte es am Nachmittag geben, dagegen keinen Auflauf. Das wollen die Kinder um diese Zeit
gar nicht essen.
4.) die Abendmahlzeit sollte zwischen 18,30 Uhr und 19 Uhr gegessen werden. Dann gehen die Kinder auch früher zu zu Bett. Um 22 Uhr sind sie natürlich "überdreht".
Also da haben wir gemeinsam gleich angesetzt.
Nach dem Abendessen ( um 18,30 Uhr waren wir schon fertig) haben wir gemeinsam Karten gespielt und geredet. Dann sind die Kinder zum Waschen ins Bad gegangen (das zieht sich in die Länge bei 8 Kindern). Mit den Kindern aus dem letzten Zimmer des Hauses habe ich begonnen, damit Ruhe einkehrt. Jeder hat ein neues Buch ins Bett gelegt bekommen und es wurde der CD-Player (Recorder von Robert) mit "Einschlafmusik-CD" gefüttert.
Und siehe da, nach einer Nacht mit 2x 3 Kinder aufs WC, waren alle gut auf und sind erst um 7,30 Uhr aufgestanden. Aber wasserfeste Laken brauchen wir trotzdem!!!!!!!!!!!!

Natürlich ist mir klar, dass das Personal das jetzt nicht so weiterführen wird. Aber ich wollte wissen, ob es machbar ist. Step by step........
Der nächste Punkt sind die nassen Schuhe:
Die Schuhe stehen im Regen draußen oder herinnen im kalten, engen Vorraum. Ich stellte das Schuhregal nach einer gründlichen Reinigung neben den Kachelofen und zeigte den Kindern, wo sie dann die Schuhe anziehen sollen. Normalerweise müßte es funktionieren, doch Daniel sagte mir gleich, dass die Frauen es sogleich wieder hinausstellen werden, sowie ich wieder weg bin. ........, ist mir klar. Aber die Kinder hatten 7 Tage trockene Schuhe und ein gutes Gefühl. Das Strahlen in ihren Augen, wenn sie die Schuhe ohne Streit und Kampf um mein und dein anzogen, war für mich die Belohnung.

Erwähnen möchte ich auch noch eine nette Begebenheit am Flughafen: Wir fuhren nach dem Besuch im Zoo, wo sie sich unbedingt noch eine Spielzeugpistole kaufen mußten (dafür paßte der Verkäufer aufs Auto auf) , ins Flughafengebäude. Ich ging geradewegs auf einen Polizisten zu, um ihn etwas zu fragen. Da stellte sich Robert zwischen uns und hielt dem Polizisten die Pistole unter die Nase. Der Schock war groß..........., so schnell habe ich noch nie reagiert und die Pistole flog im hohen Bogen davon.

An den nächsten Tagen schrieben und malten die Kinder Briefe an ihre Pateneltern bzw. an die Menschen, die für ihren Lebensunterhalt monatlich bezahlen. Das hat viel Zeit beansprucht und die Kinder legten viel Liebe mit hinein, manchmal waren sie in "einer anderen Welt". Es war schön zu sehen.
Ich kam aber auch drauf, dass ein Kind nicht schreiben kann, bzw. gar nicht lesen kann. Hier müssen wir etwas unternehmen.
1.) Besuch beim Augenarzt. 2.) Lernhilfe suchen. Das könnte Andrei übernehmen.
Somit müssen 3 Kinder zum Augenarzt gehen. Es ist schwer einen Termin zu bekommen. Ich habe das Gefühl, es liegt daran, dass es wieder Waisenkinder sind. Und ich habe nichts vom Schmiergeld (von einer kleinen Anerkennung, wie es ein Zöllner einmal nannte) gesagt.

Geburtstagsfeier von Andrei mit Torte und Cola

Der Hit war, dass ich aus Österreich einen Super Nintendo (Spende von Fam. Makovec) mitgebracht habe. Somit durften alle abwechselnd damit spielen.
Aufgefallen ist mir, dass die Kinder zu wenig Strümpfe haben. Und die, die vorhanden sind, sind mehr Löcher als Socken. Ich habe gleich welche gekauft, doch gab es keine warmen Socken für Kinder, nur für Erwachsene. Wer kann den Kindern Strümpfe schicken? (marita@brandlehner.at).

Traurig war für mich zu hören, dass immer mehr Kinder ausgesetzt werden. Auch die Mutter mit den Zwillingen (unter 2.3.2003) hat ihre Kinder wieder zurückgebracht. Sie hat einen neuen Freund und ist wieder schwanger.
Bei Spaziergängen im Park und in der Stadt haben wir immer wieder alte Leute betteln und um Lebensmittel im Müll suchen sehen. Auch für unsere Waisenkinder war das sehr bedrückend. Doch wenn man das oft sieht, so wird man den Anblick (leider) gewohnt.
Uns laufen nicht nur Kinder zu, sondern auch Hunde und Katzen. Wer kann schon eine Katze mit 3 Wochen verhungern lassen? Also bekam diese kleine Katze auch einen Platz im Badezimmer. Und die Kinder umsorgten sie mit viel Liebe und Wärme. Doch auch hier stellte ich fest, dass die Kinder anders reagieren, als unsere Kinder daheim in Österreich. Sie sehen die Katze als ihren Besitz, lieben sie, aber geben sie genauso leicht auch wieder her. Sie haben eine gewisse Beziehungslosigkeit. Woher sollten sie diese auch haben? Bisher wurden sie wie Nummern herumgestoßen.
Darum erschien es mir auch wichtig mit den Kindern nach den einzigen Wurzeln zu suchen, die sie haben. Das Waisenhaus in Oinacu.

Mit großer Freude ging es in Richtung Autobus. Erst eine halbe Stunde zu Fuß, dann saßen wir im falschen Bus usw. Zum Glück gibt es auch Taxi. Im Waisenhaus Oinacu freuten sich die Angestellten sehr, unsere Kinder so glücklich zu sehen. Sie sind so gewachsen in den letzten Jahren....Es gab viel zu bereden und die Kinder mußten in jedes Zimmer schauen. In diesem Waisenhaus leben jetzt behinderte Kinder. Die Voglauer Möbel, der Fußbodenbelag von Fa. Höll, die Lampen von 2F und viele andere Dinge sind noch sehr gut erhalten.
Danach besuchten wir das Grab von Antonita (ein Kind aus unserer Gruppe). Die Kinder stellten nach dem Beten am Grab fest, dass es schon traurig ist, dass niemand ihr Grab besuchen kommt. Es war alles verwachsen. Die anderen Gräber sind dagegen gepflegt, mit Blumen usw. Wir beschlossen, jedes Jahr einmal hier her zu kommen.

Irgendwann in der Finsternis kamen wir heim. Natürlich hatte man uns wieder Holz gestohlen. Holz ist sehr teuer, und Diebe kommen über den Zaun auf unser Grundstück. Das ist schon öfter passiert.
Einen Abend später : Robert war am WC. "Marita, Banditen unser Holz stehlen!" Wir alle sind natürlich sofort mit Socken oder Hausschuhen hinaus in den Regen (4 Grad). Wir sahen noch lange die Schatten der Diebe hinter dem Zaun. Die Nachbarn kamen auch mit Rechen und Hacke. Es war eine fürchterliche Aufregung. Die Polizei sagte mir am Telefon, dass sie erst in 3 Stunden kommen könnten. Nach Intervention eines Mannes, kamen sie dann doch früher und faßten 8 maskierte Männer mit Holz unter dem Arm im Park. Das Holz sahen wir aber trotzdem nicht wieder, jetzt wird es die Stube der Polizisten wärmen.
Zuvor war ich glücklich endlich die Wäsche der Kinder erledigt zu haben, nun waren wieder alle naß und schmutzig. Also gingen alle nacheinander oder zu zweit in die Badewanne. Und die Waschmaschine der Fa. Miele freute sich wieder Arbeit zu bekommen. Wir brauchen einen Wäschetrockner!!!!!!!!Wenn es regnet, so haben wir keinen Platz zum Trocknen. Würde ich im Haus ständig wohnen, so würde ich mir um die Kachelöfen, oder oben drüber, ein Holzgestell zum Wäschetrocknen bauen. Aber dann würde Monica wieder sagen:"Das ist nicht erlaubt." Ich sollte doch einmal einige Wochen hier leben!
Am nächsten Tag gingen wir auf die Suche nach einen Wäschetrockner. Der Billigste kostete 550€! So viel Geld haben wir nicht.
(Zurück aus Rumänien schrieb ich ein mail an Fa. Metro in Bukarest, um nach dem günstigsten Preis für einen Wäschetrockner zu fragen. Zu unserer Freude kam das Angebot, uns einen zu schenken. Super! Und ein großes DANKE an Fa. Metro)
Die Zeit verging viel zu schnell. Und als Monica mich fragte, wer mich dann morgen zum Flughafen bringen würde, da weinten alle los. Der Abschied war schlimm,und ich hörte immer wieder: "Marita, komm bald retour!" Auf unserem Abschiedsfoto waren wir alle grantig, traurig oder mit Absicht super-fröhlich (damit es uns nicht das Herz zerreißt) .


Oktober 2003
Am 31.10.03 werde ich (Marita) nach Rumänien fliegen. und eine Woche bleiben. Geplant ist, dass ich in dieser Zeit auf die Kinder schaue und das Personal Urlaub hat. Airlines AUA hat mir ein günstiges Flugticket zur Verfügung gestellt. Vielen Dank!
Ein Problem wird aber sein, dass ich aus Kostenersparnisgründen kein Mietauto vor Ort nehmen kann.



September 2003
Auch in Rumänien hat die Schule begonnen. Die beiden größeren Kinder, Andrei und Marian, sind am Vormittag daheim und machen ihre Hausübungen. Sie haben am Nachmittag Unterricht. Die anderen 6 Kinder sind am Vormittag in der Schule und am Nachmittag dürfen sie in ein Freizeitzentrum gehen wo sie musizieren und Sport betreiben. Das kostet uns pro Kind und Monat € 5,-. Ein sehr guter Preis, andere Eltern müssen viel mehr zahlen.
31.8.2003
"Unsere" 8 Kinder waren wieder für 3 Wochen mit einem Betreuer in Abtenau und Annaberg auf Erholungsurlaub. Es war eine turbulente Zeit aber wieder schön für alle . Zwei der Kinder, Florentina und Daniel, konnten auch nach anfänglichen Schwierigkeiten eine geeignete Familie finden. Somit haben jetzt alle Kinder eine Gastfamilie, die sie gerne wieder einlädt. Natürlich war das schöne Wetter super und das Schwimmbad wurde fast täglich besucht. Mit viel Gepäck sind die Kinder wieder zurück........Und die Tränen beim Abschied werden auch immer seltener. Die Kinder wissen, dass sie hier "ihre" Familie haben, die sich auch auf ein Wiedersehen freuen.

19.7.2003
"Unsere" Florentina war probeweise bei der Tante daheim. Nach einigen Tagen stand Florentina wieder morgens vor der Tür unseres Hauses in Giurgiu. Die Tante ist mit ihr nicht zurecht gekommen. Sie sagte später, dass das Essen für sie auch so viel gekostet habe und Florentina zurück wollte.
Nun haben wir noch schnell ein Zugticket für sie besorgt. Somit kommt auch sie nach Abtenau und wir freuen uns auf sie.
Im Garten unseres Hauses in Giurgiu wird zur Zeit ein Zaun gebaut und der Garten mit Erde aufgefüllt. Auch Brennholz mußten wir schon vorreservieren lassen und anzahlen. Der Staubsauger war auch kaputt und mußte ersetzt werden. Der Alltag holt uns ein............

28.6.2003
Heute bekam ich von Jörg Thems diesen Spruch und möchte ihn an euch weitergeben. Jörg holt mich immer wieder auf den Boden zurück, wenn ich mir von unseren Leuten in Rumänien zu viel erwarte.


27.6.2003
Nach letzten Informationen können wir nur Marian, Florin, Robert und Andrei im August nach Abtenau auf Erholungsurlaub einladen. Für die anderen Kinder haben wir noch keine Lösung gefunden. Das Personal braucht aber den Urlaub von 3 Wochen.
Die Kinder machen noch viel Blödsinn, heute haben sie in die Vorhänge ein Loch geschnitten. Wer selbst Kinder hat der weiß, dass alle Kinder diese Phase durchleben (Tapeten bemalen und danach abreißen usw....) Und 9 "gleich gescheite" Kinder sind nicht einfach zu beaufsichtigen. Die Sommerferien haben bereits begonnen, sie dauern 3 Monate. Eine stressige Zeit für unser Personal.


Marian, Florin, Daniel, Andrei und Romica an einem der letzten Tage im Waisenhaus mit einem Fußball aus Österreich. .

11.6.2003
In unserem Haus "USE YOUR CHANCE" läuft alles gut. Im Moment ist Bogdan (er besucht ein Gymnasium für angehende Pfarrer in Bukarest) mit im Haus. Er hat 2 Wochen Ferien und da er schon 18 Jahre alt und sehr vernünftig ist, kann er mit auf die Kinder schauen.
Für Doru wurde " Gott sei Dank" eine Arbeitsstelle gefunden. Entgegen ersten Aussagen wurde er von der italienischen Organisation nicht übernommen. Er war irrsinnig traurig und wollte sich etwas antun. "Niemand mag mich, niemand ist für mich da, ich habe keinen Platz zum Schlafen,.....".Er weiß wie es vielen anderen vor ihm ergangen ist.
Derzeit darf er im Heim für behinderte Kinder schlafen und essen. Das ist ein sehr großes Heim, da fällt er nicht auf. Wenn er sein erstes Gehalt bekommt, was verschwindent wenig sein wird, so kann er ein Zimmer in einer Wohngemeinschaft mieten. Uns fällt ein Stein vom Herzen...
8.6.2003
Der Informationsabend ist auf großes Interesse gestoßen. Vielen Dank auch für die Spenden über 222€.
3.6.2006 Tag der Eröffnung
Am 2.6.2003 sind unsere rumänischen Kinder in ihr erstes ZUHAUSE eingezogen. Der zuständige Landeshauptmann, die Damen vom Jugendamt, unsere Anwältin Fr. Dr. Mares aus Bukarest, Cristina Bucur (leitet unser Haus ehrenamtlich), die Projektleiterin Monica (LACEANU MARGARETA), TV , Zeitungsreporter und Marita Brandlehner waren bei der spontanen Eröffnungsfeier dabei. Es war rührend, wie sich die Kinder gefreut haben. Am Abend wurde dann alles im Fernsehen übertragen.
Die Zimmer sind alle kindgerecht eingerichtet worden, vor dem Haus sind weiße Verbundsteine verlegt worden, nur der Garten konnte noch nicht hergerichtet werden.
Im nächten Jahr müssen wir die Fußböden austauschen und wahrscheinlich ein zweites Badezimmer bauen.
Im Moment müssen sich alle erst einmal an neue Regeln in diesem neuen Heim gewöhnen. In der Nähe unseres Hauses ist ein Park und auch ein Fußballplatz, also ideal. Demnächst werden wir auch versuchen die Kinder zu Sportkursen anzumelden bzw. möchten wir herausfinden welche Interessen und Stärken in den Kindern stecken um sie dann dementsprechend zu fördern.
Im Moment kümmern sich abwechselnd 4 Erwachsene Tag und Nacht um die Kinder. Für das Personal ist das sehr anstrengend.
Die Kinder sollen jetzt auch lernen mit Geld umzugehen. Es werden die Einkäufe besprochen, bzw. werden die Kinder zum Einkaufen geschickt

30.5.2003
Vielen Dank den vielen rumänischen Leuten, die uns im Haus und bei der Organisation geholfen haben. Voran Frau Cristina Bucur (mit Familie) und Frau Monica, Frau Dr. Mares,Doru und Ionut Rotaru mit Sohn u.v.m.
21.5.2003
Am 2.6.2003 um 19,30 Uhr werden Kronreif Toni und Rettenbacher Heini im Pfarrhofgebäude in Abtenau einen Dia-Vortrag über ihre "Reise" halten. Alle sind herzlichst eingeladen.
"Unsere" 9 Kinder werden am 2.6.2003 in ihr neues ZUHAUSE einziehen. Es ist bereits das ganze Haus fertig eingeräumt worden und auch der Garten, der mehr wie eine Mülldeponie aussah, hergerichtet worden. Demnächst werden wir hier Fotos veröffentlichen.
15.5.2003
Unsere 3 Männer sind wieder gut aus Giurgiu heimgekehrt. Sie sind voll Tatendrang losgefahren und natürlich wie es für Rumänien typisch ist, eingebremst worden. Für uns normale Dinge werden dort zu unüberbrückbaren Problemen. Der Transporter war erst nach einer Woche in Giurgiu, (vorgeschrieben ist aber, dass er nach 5 Tagen beim Zoll sein muß). Dort mußte er dann noch 3 Tage beim Zoll stehen bis zur endgültigen Abfertigung. Wer das schon einmal mitgemacht hat der weiß, warum Rumänien noch nicht bei der EU ist. Und es ist auch verwunderlich, was sich der ungarische Zoll so alles leistet wenn ein LKW durchreisen möchte.
Kronreif Toni, Heini Rettenbacher und Jörg Thems waren unheimlich fleißig und haben die ganze Woche von morgens bis abends durchgearbeitet. Türen abgehobelt, Fenster gekittet, Wände gestrichen, Fußböden notdürftig ausgebessert, Möbel zusammen- bzw. eingebaut. DANKE!!! Nach einer Woche konnten unsere Männer sagen, dass unser Haus fertig ist.
Inzwischen sind auch die Schränke bereits eingeräumt. Der Garten ist noch eine große Baustelle, aber innen ist das Haus o.k., die Kinder können demnächst einziehen.
Dank der Großzügigkeit des Voglauer Möbelwerkes konnte Kronreif Toni mit einigen Helfern in der Freizeit kostenlos die Stockbetten, Schränke und Tische im Möbelwerk herstellen.
Zum Glück haben sie in weiser Voraussicht 5 Stockbetten gebaut.
Außerdem machten sie uns darauf aufmerksam, dass wir versuchen sollten das Nachbargrundstück zu kaufen. Es ist nur klein, wäre aber ideal als Gemüsegarten. Aber das "liebe Geld.."
Vorgestern am Abend erhielten wir die Anfrage, ob wir noch 2 Kinder aus unserer seit vielen Jahren vertrauten Gruppe aufnehmen können.
Mihaela wurde von ihren griechischen Adoptiveltern abgelehnt. Mihai konnte nicht bei der Pflegemutter bleiben, er hat zu viel gegessen.....Wer kann da ablehnen? Natürlich freuen wir uns, dass diese beiden jetzt auch wieder bei uns "im Boot" sind. Wir haben uns schon große Sorgen um beide gemacht.

Es ist schlimm, was diese Kinder für ständige Trennungen erleben müssen. Ein Grund mehr, dass wir ihnen einen Platz der Geborgenheit geben müssen. Jetzt sind es 9 Kinder. Mihaela ist sehr temperamentvoll, wir werden eine zusätzliche Betreuung für den Nachmittag benötigen. Unser Budget wird überstrapaziert. (Wer kann uns finanziell helfen?)


28.4.2003

Heute haben wir einen großen LKW, beladen mit allen Dingen, die wir zur Renovierung und Einrichtung unseres Hauses in Giurgiu benötigen, losgeschickt.
21.4.2003
Aus Abtenau werden 3 Leute vom 5.5. - 11.5.2003 auf eigene Kosten nach Rumänien fliegen um dort vor Ort in unserem Haus die Möbel einzubauen, Es sind Anton Kronreif, Heinrich Rettenbacher und Jörg Thems. Wir wünschen ihnen viel Geduld und Kraft.

4.4.2003:


Ein Haus für die Zukunft der Kinder,
Bausteinaktion abgeschlossen



Dieses Haus in Giurgiu haben wir für unsere Waisenkinder im März 2003 angekauft.

Ab 10. April beginnen die Renovierungsarbeiten.


2.3.2003:

Unser rumänische Verein "use your chance" wurde (nach einer langen Zeit in der "Warteschleife") gegründet, somit sind die Grundvoraussetzungen gegeben um Grund bzw. ein Haus in Rumänien erwerben zu können.

..
Besichtigung des Hauses für die größeren Kinder mit Frau Viorica Stanciulescu, DPC Giurgiu.

Wir sind wieder zurück aus dem Land der gastfreundlichen Menschen, der unendlichen Weite, der ohne Licht fahrenden Autos, der auf unsere Hilfe wartenden Kinder............

Sieben arbeitsreiche Tage haben wir hinter uns. Die Kinder haben uns mit großem "Hallo" empfangen und viele neue Dinge sind auf uns zu gekommen. Wir konnten auch Kontakte zu einer italienischen Hilfsorganisation knüpfen.

Wir haben erfahren, dass aus dem Waisenhaus Sf. Ana in Giurgiu, die großen Kinder am 22.2.03 in ein Jugendwohnhaus übersiedeln werden, dass von der italienischen Hilfsorganisation GVC geführt wird. Nach einer Besichtigung dieses Hauses (s.o.) sind wir (Hubert Rofner, Hermi Dörfler und Marita Brandlehner) zu dem Entschluß gekommen, dass es den 10 Jugendlichen in diesem Haus gefallen wird. Sie können hier für einige Zeit leben, bis sie ins Erwachsenenleben starten können, so wie wir es auch für die Kinder geplant hatten, also super!

Einer unserer Jugendlichen ist zur Zeit in Alba Julia, hier wird er zum Tischler ausgebildet.
Ein weiterer Jugendliche aus unserem Waisenhaus besucht ein Gymnasium für angehende Pfarrer. Es geht ihm schlecht, da er zu wenig zu essen hat. Es gibt Frühstück um 6 Uhr morgens, dann Mittag um 15 Uhr. Wenn er zu spät vom Unterricht kommt, so gibt es kein Mittagessen........... Er hat kein Geld um sich Jause oder Schulbücher kaufen zu können, so wie andere Mitschüler. Ebenso ist die Fahrkarte nach Giurgiu (wo er wieder einmal genug Essen bekommen
könnte) und ihm die Wäsche gewaschen werden würde) und zurück für ihn zu teuer. Hier wäre Hilfe dringend nötig, nur können wir nicht überall helfen......... Vielleicht möchte jemand die Ausbildung für diesen Jugendlichen mit finanzieren? Wer hat eine Idee?????????

Entgegen erster Zusagen dürfen diese 2 Jugendlichen (Tischler und angehender Pfarrer) nicht mehr an Wochenenden oder in den Ferien in dem Haus der ital. Organisation mit wohnen. Was sollen wir tun? Können wir diese 2 Jugendlichen auf der Straße lassen? Also müssen wir eine Lösung finden........

Wir sollen ab Ende Mai 7 "unserer" Kinder (alle sind 9 bis 12 Jahre alt ) in dem Haus aufnehmen. Es sind: Romica, Florin, Florentina, Robert, Marian, Daniel,Andrei.
Dann wird das Waisenhaus Sf. Ana nicht mehr als Waisenhaus geführt, sondern als Mutter-Kind Haus.
Schon jetzt wohnen dort 2 sehr junge Mütter mit ihrem Baby. Diese jungen, alleinstehenden Mädchen dürfen
aufgrund der Schwangerschaft nicht mehr nachhause gehen........In Rumänien eine tragische Situation! Wenn sie dann auch noch Zwillinge haben, so wird es noch schwerer, eigentlich nicht mehr bewältigbar.
Wer möchte hier helfen?
Vorerst hatten wir vor, unser neues Haus als Familienwohngruppe zu führen. Nun wurde uns mitgeteilt, das dieses im Kreis Giurgiu nicht erlaubt ist und wir diese Gruppe nur mit 3 Angestellten ( die vom DPC bezahlt werden) führen können.
Wir können demnächst ein Haus für unsere 7 Kinder in Giurgiu kaufen. Es hat 5 Zimmer und Garten. Zur Schule sind es nur 300 m.
Dieses Haus benötigt nur Farbe, neue Fußböden und der Garten muß mit Erde aufgefüllt werden. So war unser erster Eindruck. Derzeit hat es:
1 Wohnzimmer
1 Küche mit Sommerküche (bei Sommerthemperaturen um 40 Grad wird draußen gekocht)
1 schönes Badezimmer
3 Kinderzimmer
1 kleiner Raum, Eingang und Schlafmöglichkeit für 1 Betreuer

Die Um-bzw. Ausbauarbeiten werden von einem rumänischen Freund beaufsichtigt.


(c) 2001-2016, Brandlehner